Leseprobe

Warum an der Börse selbst Pechvögel Gewinner sind

Nach Untersuchungen des Deutschen Aktieninstituts sind hierzulande lediglich 17,5 % der Erwachsenen in Aktien oder Fonds investiert. Viele potenzielle Anleger befürchten, immer genau zum Hochpunkt einzusteigen. Doch was passiert tatsächlich, wenn ein Anleger immer nur zum Jahreshöchststand investiert? Das Ergebnis ist überraschend: Selbst der größte Pechvogel gewinnt.

„Immer, wenn ich einsteige, sinken sofort die Kurse“ – Aussagen wie diese scheinen von einem geradezu mystischen Einfluss auf das Börsengeschehen auszugehen. Das ist natürlich Unsinn. Richtig ist dagegen, dass die Masse der Anleger zum falschen Zeitpunkt einsteigt und zum falschen Zeitpunkt aussteigt. Die Mehrheit kommt erst dann, wenn das Buffet schon abgeräumt ist, und geht, kurz bevor das neue Buffet eröffnet wird. Denn wenn heute alle kaufen, dann müssen die Kurse morgen fallen, weil es an weiteren potenziellen Käufern fehlt. Doch danach werden die Kurse wieder steigen.

Stellen wir uns den Dax-Pechvogel als dümmsten Anleger aller Zeiten vor, der mit traumwandlerischer Sicherheit immer zum Dax-Jahreshoch einsteigt. Dieser Dax-Pechvogel hätte am 13.08.2021 bei 15.977 Punkten gekauft und am 28.12.2020 bei 13.790 Punkten.

Dax-Pechvogel-Chart
Stand: 15.10.2021, Quelle: Leitfaden für Ihr Vermögen

Im Jahr davor wäre der Pechvogel am 16.12.2019 bei 13.408 Punkten eingestiegen.
Dax-Pechvogel-Chart
Stand: 15.10.2021, Quelle: Leitfaden für Ihr Vermögen

2018 hätte der Dax-Pechvogel am 23.01. bei 13.560 Punkten gekauft.
Dax-Pechvogel-Chart
Stand: 15.10.2021, Quelle: Leitfaden für Ihr Vermögen

2017 wäre der Dax-Pechvogel am 03.11. bei 13.479 Punkten eingestiegen.
Dax-Pechvogel-Chart
Stand: 15.10.2021, Quelle: Leitfaden für Ihr Vermögen

2016 hätte der Kauf zum Hoch bei 11.481 Punkten stattgefunden und 2015 bei 12.375 Punkten und so weiter, wobei wir sogar unterstellen, dass der Dax-Pechvogel erstmals unmittelbar vor dem großen Crash von 1987 gekauft hätte.
Dax-Pechvogel-Chart
Stand: 15.10.2021, Quelle: Leitfaden für Ihr Vermögen

Nehmen wir weiter an, der Dax-Pechvogel hätte seit 1987 Jahr für Jahr immer zum Jahreshoch 1000 Euro (bzw. den entsprechenden DM-Betrag) in den Dax investiert, also insgesamt 35.000 Euro.

Aus diesen 35.000 Euro des denkbar ungeschicktesten Investors wären bis heute 138.511 Euro geworden. Und dabei hätte der Dax-Pechvogel eine jährliche Rendite von sage und schreibe 6,1 % erzielt.

6,1 % Gewinn p. a., obwohl Jahr für Jahr auf dem Hochpunkt im Dax gekauft worden ist. Die Geschichte vom Dax-Pechvogel ist der Beweis, dass Aktien alternativlos sind, und ein einzigartiges Plädoyer für die langfristige Aktienanlage!

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